B I A N C I S - W E L T R E I S E
"In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über die Dinge die Du nicht getan hast, als über die Dinge, die Du getan hast. Also wirf die Leinen los. Verlasse den sicheren Hafen. Lass den Passatwind in Deine Segel wehen. Erforsche. Träume. Entdecke." -Mark Twain
biancilein | 23 Oktober, 2008 03:36
...von der Unbeschwertheit, Freiheit, Froehlichkeit, Spontanitaet, Ruhe, Action...
Das Reisen hat ein Ende:
Hab mir die letzten Tage nochmals durch den Kopf gehen lassen, was ich denn so alles in den knappen 9 MOnaten erlebt habe - ee sist einfach unglaublich.
Durch 12 verschiedene Laender die ich besucht habe, konnte ich unglaublich viele verschiedene Kulturen, Religionen und Landschaften kennenlernen, die alle so unterschiedlich waren: Meine Highlights waren beispielsweise die Iguazu Wasserfaelle, Salar de Uyuni, Titicacasee, Machupichu, Franz Josef Glacier in Neuseeland, die Berglandschaft im Outback Australiens, gruene Reisfelder Balis, die Dschungellandschaft Borneos, die Traumstraende Thailands oder aber auch die Tempelstaetten in Kambodscha. Alles war aufs neue und auf unterschiedlicher Weise beeindruckend.
Ebenso wie die vielen unterschiedlichen Religionen, die ich "kennengelernt" habe (naja, eig. viel zu wenig). Vom Christentum in Brasilien, Hinduismus in Bali, die vielen verschiedenen Religionen in Malaysia, u.a. Islam, der Buddhismus in Thailand und die immer noch erhaltenen Geistervorstellungend der Ureinwohner Boliviens oder aber auch Borneos.
Auch die ganzen wilden Tiere, die ich verstreut ueber alle Laneder gesehen habe, waren fuer mich ein Highlight. Angefangen von den Seeloewen und Pinguinen in Neuseeland, Krokodile in Australien, Delphine, Orang-Utans, Langnasenaffen, Elephanten und die schoene Unterwasserwelt in Malaysia und Thailand.
Abgesehen von zig Besichtigungen zaehlen zu meinen Highlightsaktivitaeten eindeutig der Tangokurs, Spanischkurs, Kochkurs, Tauchkurs, Delphinschwimmen, Skydive, Gletscherhike, Dschungelwalks und das Skifahren in den Anden.
Von den vielen Leuten die ich auf meiner Reise kennengelernt habe, weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll. Es sind sooo viele und so tolle Leute dabei. Vergessen werde ich aber garantiert nie meine geniale Zeit in Buenos Aires mit meinen Lieblingsmaedels Tina, Sandra, Leni und Sindy. Die Zeit mit Edu ja eh nicht...hoffe sie wird noch weitergehen. Auch mit Caro und Kerstin hatte ich in Neuseeland ne richtig coole Zeit. Sowieso mit Michaela in Malaysia oder aber auch mit Josy auf Borneo. Gerade Josy ist ein Beispiel von einer Freundin, die ich in Deutschland vielleicht niemals angeschaut haette, weil sie anders aussieht. Weil sie zutaetowiert war. Genausowie z.B. Tobi in Australien, der schwarze Rocker mit seinem langen Zoepfchen. Aber gerade diese Leute waren besonders nett, intelligent und lustig.
Auch kulturelles Angebot konnte ich ueber die lange Zeit in Unmengen geniessen: Seien es Konzerte, Orchester, Museen, kulturelle Taenze oder der bei mir im Kopf haengen gebliebene 15-jaehrige Geburtstag, der in Suedamerika so riesig gefeiert wird. Auch die zahlreichen Projekte von Helga in Bolivien waren interessant zu sehen. naja und natuelrich auch meine Schulerfahrung in Buenos Aires.
Achje,koennt weiterschreiben und weiterschreiben ueber das unterschiedliche Essen, die unterschiedliche Musik ...aber das nimmt dann kein Ende mehr.
Eine Sache noch die ich in meinem ersten Seiten meines Tagebuchs gefunden habe ist die (in Rio de Janeiro geschrieben) : "Wie konnte ich nur so bloed sein und mir zutrauen 8 Monate alleine rumzureisen, 2 Monate haetten es doch auch getan..."
und jetzt wuerde ich am liebsten nochmals von vorne anfangen. Oder meine Berfuerchtungen in Iguazu, nachdem ich nicht recht wusste wie alles weitergehen soll: " Werd jetzt einfach direkt nach Buenos Aires gehen. Meine Befuerchtung ist, dass ich einfach zu lange Zeit in der Stadt verbring und mir langweilig wird." HAHA, wenn ich da gewusst haette, dass ich am liebsten dorthin auswandern will... ja und immer war irgendwie sowas, was sich danach aber problemlos geklaert hat.
Ja, und sonst bin ich wohl auf, mir ist nix passiert (bis auf mein kleiner Rollerunfall), ich war nicht ein einziges Mal krank, nicht einmal bei dem gewoehnungsbeduerfitegen essen in Bolivien. NIE! Mir wurde bis auf meine Kette nie etwas gestohlen (und da hab ich vor allem in Thailand Horrosgeschicten gehoert)
Also, ich kann jedem der irgendwie die Meoglichkeit hat das zu machen so eine Reise empfehlen. es war I N C R E I B L E
Und um den Kreis zu schliessen (zu meinem 1. Bericht): 2008 IST mein Jahr (zumindest bis ich erfahre wohin sie mich ins Ref. hinversetzen).
Bis morgen, heute um 00.20 geht mein Flieger.
Drueck euch
biancilein | 20 Oktober, 2008 03:31
Oh mann...und wie ich mal wieder Glueck hatte...Habe ja am MIttwoch die Grenze von Kambodscha nach Thailand ueberquert, abends lieg ich auf meinem Bett, schaue BBC und dann sehe ich das:
" Die thailändischen Soldaten forderten die kambodschanischen auf, diese Seite der Grenze zu verlassen, aber der Versuch schlug fehl. Als die thailändische Einheit sich aus dem Gebiet entfernen wollte, um ihrem Kommandeur Bericht zu erstatten, hätten die kambodschanischen Militärs das Feuer eröffnet.
Die thailändischen Soldaten schossen zurück, das Feuergefecht resultierte in zwei Verletzten auf der thailändischen Seite, und einem an der Hand verwundeten kambodschanischen Soldaten."
Ja, das ist am Mittwoch kurz nach meinem Grenzuebergang passiert. Alle Thailaender, die sich in Kambodscha aufhielten sollten bestenfalls ausreisen. Die Lage hat sich aber mittlerweile beruhigt. Auch in Bangkok hatte ich ein Riesenglueck. Bin am 6. Oktober nach Kambodscha abgereist und am 8. Oktober gab es einer der schwersten Aufstaende seit Langem:
" Nach den schwersten Unruhen in Thailand seit 16 Jahren hat das Auswärtige Amt in Berlin deutsche Touristen zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Auf seiner Interseite sprach das Auswärtige Amt die dringende Empfehlung aus, Menschenansammlungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zu meiden. Es müsse in den nächsten Wochen weiter mit großen Demonstrationen gerechnet werden. Vor allem die Umgebung rund um Regierungssitz und Parlament sollte gemieden werden. - Bei den jüngsten Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten starben am Dienstag nach Angaben der thailändischen Behörden mindestens zwei Menschen, mehr als 400 Personen wurden verletzt."
Hier ein weiterer Bericht mit Fotos: http://pratunamo.twoday.net/stories/5242062/ Aber dank Silkes Gluecksschaf und Tines Gluecksengel, den sie mir mit auf den Weg gegeben haben, ist an mir Gott sei Dank alles vorrueber gegangen.
So nun zu Koh Chang, woertlich uebersetzt Elephanteninsel: Bin mit Evelien, der Hollaenderin, dort angekommen und wir haben auf der Faehre gleich noch Emma, eine Australierin aufgegabelt. Zu 3. haben wir uns dann ein Zimmer gemietet, am White Sand Beach. Evelien ist dann am naechsten Tag weitergezogen und Emma und ich sind noch gebleiben. Haben verschiedene Sachen unternommen wie Elephantenreiten oder Quad fahren. Irgendwann sind wir dann auch zu einem anderen Strand, den Lonely Beach, der an sich auch viel schoener war. Dort hatten wir aber viele Probleme mit Mosquitos und ziemlich heruntergekommenen Bungalows. Haben es nur eine Nacht ausgehalten, bevor wir wieder in unsere alte Bleibe zurueckgekehrt sind. Sind noch ein bisschen mit dem Roller auf der Insel rumgecruised (war aber nicht so das Highlight) und am Strand gechillt...jaja meine letzten Strandtage. Und seit gestern bin ich wieder in Bangkok, und geh jetzt in der Sekunde los auf Shooopingjagd :-) :-) :-)
Achja, mal wieder ist vor paar Sekunden was Witziges passiert: Emma geht heute leider weiter nach Koh Panghan, ich wollte schon in ein Einzelzimmer wechseln und auf der Strasse hab ich schon die Naechste kennengelernt: Birte aus Hamburg. Hab sie bei mir aufgenommen und wieder bin ich nicht allein...
Hier die Fotos: http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/KohChang
biancilein | 15 Oktober, 2008 03:28
Nach Siem Reap bin ich ueber den Tonle Sap, groesster Suesswaasersee Suedostasiens, nach Phon Phen, der Hauptstadt Kambodschas. Tonle Sap ist nicht nur ein See, die Menschen leben hier richtig und es dient ihnen als Wasserreservoir, zur Verpflegung, als Verkehrspunkt, etc. Es gibt ueberall schwimmende Doerfer auf dem See.
Spaetestens in Phon Phen wird man dann mit der grausamen Geschichte Kambodschas konfrontiert: 1975 nahm es mit dem Einmarsch der Khmer Rouge in Phon Phen seinen Lauf. Angeordert vom Fuehrer Pol Pot sollte der kommunistische Umbau in Gang gesetzt werden, so dass eine Art Bauerngesellschaft entsteht. Es sollte soviel Reis angebaut werden, dass Kambodscha sich unabhaengig von anderen Laendern ernaehren kann. Diese Ideologie war natuerlich eine Katastrophe, es wurde 1/4 der Landesbevoelkerung ausgerottet (bei ca. 7 Millionen wurden 1,8 Mio. umgebracht). Alle Menschen aus der Stadt wurden gewaltsam aufs Land umgesiedelt, sie sollten dort als Kleinbauern arbeiten und verloren jeglichen Besitzanspurch. Widersetzte man sich, wurde man gnadenlos erschossen. Um Aufstaende zu vermeiden kam es zu Massenexekutionen: Intellektuelle, Lehrer, Aerzte, ja sogar Menschen die nur Brillen trugen (denn Brille stand gleichzeitig fuer Intelligenz) wurden qualvoll umgebracht. Neben ihnen auch Auslaender und natuerlich ohne zu Uberlegen politische Gegner. 4 Jahre dauerte dieses schreckliche Pol Pot Regime, bis Vietnamesen 1979 nach Kambodscha einmarschierten. Diese Geschichte (und noch viel detaillierter) wurde uns im Toul Slong Museum verstaendlich gemacht. Es ist eine ehemalige Schule, die unter Pol Pot allerdings zur Folterstaette diente.
12 km ausserhalb findet man dann Choeung Ek (Killingfields), der Ort wo die Gefangenen von Toul Sleng hingerichtet wurden (nur einer von vielen Orten). Nachdem die Frauen, Maenner und Kinder anfangs erschossen wurden, ging man spaeter dazu ueber (um Kosten zu sparen) sie zu Tode zu knueppeln oder sie zu Tode zu schleifen, in dem man sie an ein Fahrzeug haengte. Wenn man dort steht bekommt man echt Gaensehaut bei dem Gedanken was sich hier noch vor ein paar Jahren abgespielt hat. Man sieht in einer Vitrine die Ueberreste von ca. 9000 Menschen, die in den 80-er Jahren aus den zahleichen Massengraebern geborgen wurden. Allerdings gibt es bis heute immer noch ungeoeffnete Massengraeber.
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/PhonPhen
Lese gerade das Buch "First they killed my father", bei dem eine Ueberlebende von ihren Erinnerungen und Erlebnissen in dieser Zeit erzaehlt. Es ist einfach unvorstellbar und unfassbar was damals abgelaufen ist. Das unnoetigerweise so viel Menschen ihr Leben lassen mussten aufgrund einer so krankhaften Ideologie. Naja, aber eine aehnliche Geschichte haben wir ja selbst aufzuweisen...
Nach Phon Phen bin ich seit gestern wieder in Thailand. Wollte eigentlich noch eine andere Stadt in Kambodscha anschauen, Battambang, aber um nach Koh Chang zu kommen war es von Phon Phen aus der Beste Ausgangspunkt. Habe gestern also meinen inzwischen 14. Grenzuebergang ueber die Buehne gebracht und war sehr erfreut, dass er nicht so ablief wie bei meiner Ankunft (es war auch Gott sei Dank ein anderer Grenzuebergang).
Also, jetzt werd ich mal checken was Koh Chang so zu bieten hat.
Bis balde (oh nein, es ist ja wirklich schon bald)
biancilein | 10 Oktober, 2008 13:15
Heisst nicht so das Fach, das ich in wenigen Monaten unterrichten werde? Ja, fuer all diejenigen, die noch auf einem anderen Stand sind (naemlich Wirtschaftslehre), die muss ich aufklaeren, dass das Regierungspraesidium mal wieder versagt hat (von der PH ganz zu schweigen). Die Kombination Sport, Mathe, Wirtschaftslehre wird nicht als gueltig angesehen...naja gut, so bleibst halt doch bei meiner urspruenglichen Faecherkombination.
Mit dem Tag heute habe ich absolut in meine Zukunft investiert ( :-) ), da ich erst morgens eine Seidenfarm besucht habe, bei der man den Prozess von der Seidenraupe, ueber Kokon zum fertigen Produkt beobachten und super nachvollziehen konnte.
Mittgas habe ich mich zu einem Kochkurs angemeldet, bei dem man dich eine Vor- und Hauptspeise aussuchenund die auch selber kochen durfte. Als Vorspeise habe ich Fruehlingsrollen und als Hauptspeise Amok, ein typischen kambodschanisches Gericht gewaehlt. Beide sind mir super gelungen und der Tag war echt genial.
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/SiemReap
Dachte mir solange das Internet so billig und so schnell ist (und das wider Erwartens in Kambodscha), werde ich euch gleich mal an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.
Und nun noch eine freudige Nachricht: Mein Rueckflug (falls nicht noch irgendwas dazwischen kommt), ist auf den Freitag den 24.10. angesetzt. Manchmal frag ich mich warum die besten Zeiten immer so schnell vergehen muessen. Aber ist ja bekanntlich immer so. Und man soll ja gehen, wenn es am schoensten ist.
Gute Nacht
biancilein | 09 Oktober, 2008 15:35
So, bevor ich wieder zu lange warte und vergesse die Haelfte zu erzahlen, dachte ich mir ich setze mich mal auf meinen Hosenboden und erzaehle euch von meinen letzten, eindrucksvollen Tagen.
Nachdem ich euch ja jetzt schon auf die Folter gespannt hab, warum meine Fahrt nach Kambodscha so ein Horrostrip war, werde ich nun wohl damit anfangen zu erzaehlen. Bevor es losging habe ich schon von vielen anderen Travellern erfahren, dass der Trip ueber die Grenze sehr unangenehm und man in jeglicher Weise abgezockt wird. Wollte das dennoch auf mich nehmen, dachte ich sei mental gut darauf vorbereitet, meinte vielleicht auch, dass mir das schon nicht passieren wird- aber man kommt einfach nicht herum. Hinter der Grenze von Thailand, auf der kambodschanischen Seite, steckt eine Mafia. Wenn man in Thailand einen Bus nach Siem Reap bucht, wird einem versprochen, auf der anderen Seite der Grenze abgeholt zu werden. Natuerlich gab es diesen Bus nicht. Als waere das nicht schon alles, habe ich von den anderen erfahren, die ich im Bus kennengelernt hab, dass sie 1/3 meines Fahrtpreises gezahlt haben. Und zu guter letzt wurde zu uns gemeint, der Bus braucht mindestens noch 7 Stunden in die Stadt und faehrt erst in 2 Stunden ab.
Das wollte ich mir nicht bieten lassen und habe also das Reisebuero angerufen (gut, dass ich mir die Nummer hab geben lassen) und darum gebeten, dass ich das viel teurere Taxi, das eben auch nach Siem Reap faehrt, bezahlt zu bekommen. Dieses sollte nur 3 Stunden dauern. Und oh Wunder, mein Wunsch ist in Erfuellung gegangen. Puenktlich um 5Uhr, so wie mir es das Reisebuero zu Anfang versprochen hat, stand ich in Siem Reap. Gut letztendlich war nun alles halb so schlimm, aber wie man in Kambodscha empfangen wurde war echt nicht feierlich. Wir wurden wie Vieh behandelt, wir wurden rumgeschaucht, angeschrien, abgezockt. Diese Sache mit dem Bus war ein abgekatertes Spiel. Sie wollten uns mit ihren Einschuechterungen muede machen, in der Hoffnung, dass wir das teure Taxi bezahlen. Die anderen die letztendlich mit dem Bus gefahren sind, sind 2 Stunden nach mir angekommen. Aber das war es mir trotzdem wert! Es wurde uns also nicht der beste Eindruck von Kambodscha vermittelt. Dieser sollte sich nun aber in den kommenden Tagen aendern.
Die Idee ueberhaupt nach Kambodscha zu fahren, hatte ich eig. Andrea zu verdanken, deren Freund Dominik fuer 3 Monate in Siem Reap als Lehrer fuer einen Computer-Fotokurs taetig war. Er bleibt noch bis Sonntag hier und ich dachte mir ich nutze die Chance ihn noch zu besuchen. Und hier bin ich. Er hat mir ein sehr schoenes Guesthouse empfohlen, in dem ich mich jetzt schon seit Montag eingenistet hab. Leider hat er in seiner letzten Woche nicht so viel Zeit, so musste ich auf eigene Faust los. Aber wie solls auch anders sein: Habe die zwei Englaenderinnen und die zwei Peruaner, die ich auf meiner Fahrt von Bangkok zur Grenze kennengelernt hab gleich am 1. Tempel den ich besucht habe wiedergetroffen. Haben die naechsten 3 Tage miteinander verbracht...
Nun gut, aber was fuer Tempel? In einem Areal von ungefaher 300km stehen Tempelstaetten (alle ganz unterschiedlich), die bis auf das Jahr 840 zurueckzufuehren sind. Seit 1992 wurden sie zum Weltkulturerbe erklaert. Sie wurden u.a. von den Koenigen wegen dem Koenigsgottkult errichtet.
Um Siem Reap herum findet man eine unglaubliche Anzahl dieser unbeschreiblichen Tempel, die wie gesagt jedes Mal aufs neue beeindruckend sind wegen ihrer Unterschiedlichkeit. Ankor Wat, einer der beruehmtesten Tempel ueberzeugt z.B. vor allem wegen seiner detailliert gestalteten Skulputen und Flachreliefs, die alle Ereignisse darstellen und ihre Geschichten erzaehlen. Auch das bekannte Ankor Thom, eine kleine Stadt von 3x3 km, beeindruckt mit seiner Elephantenterasse oder Bayon (welches erst ca. im 12. Jhd. vollendet wurde). Im Bayon gibt es ca. um die 50 Tuerme mit jeweils 4 riesigen Gesichtern. Es ist relativ schwierig diese Eindruecke zu beschreiben, am besten schaut ihr euch enfach die Fotos an.
Einer der eindrucksvollsten Tempel fuer mach war Ta Prohm. Dieser Tempel ist ueberwuchert mit maechtigen Baeumen, deren Wurzeln die Tore und Waende zieren. Habe mich gefuehlt wie in einem riesigen Hexenhaeuschen. Auch der Tempel Banteay Strei bietet so einiges. Ich hab mich immer gefragt, wie man vor hunderten von Jahren so detailliert, kleine, wunderbare Verzierungen in den Stein mezeln konnte, bzw. wie man in dieser Zeit ueberhaupt solche wunderbaren Bauten errichten konnte. Bei Ankor Wat hat die Bauzeit ca. 30 Jahre gedauert. Ich habe mir sagen lassen, dass die Steine von einer ungefaehr 50km Entfernung abtragen und ruebertransportiert werden mussten, bevor 1000ende von Arbeitern sich an den Bau machen konnten. Kann das bis heute nicht realisieren wie solche grossartigen Tempel entstehen konnten. Ich glaube diese Ankor Tempel zaehlen eindeutig zu den schoensten Sachen, die ich auf meiner Reise gesehen habe.
Neben den tempeln habe ich durch die Tuk Tuk Fahrten auch ein bisschen die Landregion kennengelernt,. Kambodscha ist eigentlich sehr schoen, erinnert mich durch die grasgruenen reisfelder sehr an Bali. Leider muss man in Kambodscha auf eine schreckliche Geschichte durch das Pol Pot Regime zurueckblicken (1975-19979), was sich bis heute noch bemerkbar macht. Kambodscha ist ein sehr sehr armes Land. Dass man dadurch an jeder Ecke von kleinen Kindern angebettelt wird irgendwelche Buecher, Schals oder Ananas abzukaufen, daran muss man sich gewoehnen. Aber ist ja schliesslich "only one dolllllaaaaar, lady".
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/TempelVonAnkor
Morgen geh ich mit Dominik auf eine Seidenfarm, um als zukuenftige HTW-Lehrerin auch zu wissen, wie Seide hergestellt wird und danach mach ich noch einen Kochkurs. Aber das wieder beim naecheten Mal.
BIs dahin, Bianci
biancilein | 06 Oktober, 2008 13:16
Nun gut, das kommt davon wenn man laengere Zeit nicht schreibt. Wo nun anfangen zu erzaehlen, es ist so viel passiert inzwischen...versuche mal meinen Gehirnzellen auf die Spruenge zu helfen:
Angefangen hat alles damit, dass ich am Samstag ein Boot nach Koh Phangan buchen wollte, da mich ja Michaela am Sonntag eh verlassen wollte (und hat :-)). Wie das Schicksal so will, stand ich gerade an der Rezeption, erkundigte mich nach den Booten und ein deutsches Paerchen kam hereinspaziert, um sich nach den Zimmerpreisen zu erkundigen. Schon kamen wir ins Gespraech und entschieden uns gemeinsam am Montag nach Koh Phangan zu resien (wie ihr seht komm ich irgendwie nie drum herum alleine zu sein). Nach dem traurigen Abschied von Michaela, ist das Paerchen, Jo und Lena, zu mir in Bungalow gezogen. Am naechsten Tag gings nach Koh Phangan und wir haben voll die schoene BUngalowanlage direkt am Strand gefunden. Das Beste dabei war, dass wir dazu noch supernette Leute hinzuserviert bekommen haben. Haben uns alle gleich zusammengeschlossen und richtig Spass gehabt. Es ist eigentich echt immer beeindruckend, wie schnell man Freundschaften schliesst, wie gut man sich auf schnelle Zeit kennenlernt und wie viel Spass man zusammen haben kann.
Vor allem bei der Blackmoonparty, die am Abend stattfand. Zu vergleichen mit den legendaeren Fullmoonpartys wird sie nicht gewesen sein, aber wir haben uns trotzdem koestlich amuesiert, wie man auf den Bildern bestimmt erkennen kann. Irgendiwie wird halt immer nach nem Grund gesucht Party machen zu koennen. Bei uns halt wegen Neumond. Am naechsten Tag hiess es erstmals den Kater ausschlafen, ein bisschen am Pool und Strand zu chillen, Ball spielen, quatschen (oh shit und dieses Leben hat bald ein Ende).
Am Tag drauf haben sich ein paar von uns, ich mitunter, nach Koh Tao, eine Insel weiter aufgemacht. Hier ging das gleiche weiter, was wir in Koh Phangan aufgehoert haben. Also wie ihr seht, hatte ich eine wirklich geniale Woche, mit Sonne, Strand, Meer, tollen Leuten...Natuerlich hab ich auch noch effektive Sachen gemacht wie schnorcheln und tauchen. Als Open water Diver muss ich ja jetzt die Annehmlichkeiten des Lebens nutzen. Dieses Mal sind mir nun tatsaechlich Haie begegnet. Aber keine Sorge, bin noch da, und die Haie waren auch nur 1,5 m lang und ungefaehrlich.
Mit meinen 2 Lieblingsmaedels, den Brasilianerinnen, bin ich dann nach Bangkok, was ich heute morgen aber auch schon wieder verlassen habe. Haben uns so einige Tempel angeschaut und konnten natuerlich den Shoppingangeboten nicht wiederstehen. Da meine Brille seit Bolivien eh einen Wackelkontakt hatte (der Buegel ist immer wieder abgefallen und musste notduerftig mit einem Sekundenkleber befestigt werden), habe ich mir hier eine neue zugelegt. Mit einer Original Armani Sonnenbrille und Brille mit Glaesern und allem Schnick Schnack habe ich nun 120E bezahlt. Ist doch GEIL oder? Nun gut, und beim Schneider hab ich mich dann noch ueberreden lassen einen Hosenanzug mit Bluse und Rock schneidern zu lassen. Werde also mehr als ausgestattet nach Hause zurueckkehren.
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/VonKohSamuiNachBangkok
Heute morgen habe ich mich nun auf den Horrortrip nach Kambodscha begeben.
Warum Horrortrip? Das erfahrt ihr beim naechsten Mal...
Es wird viel passier'n
nichts bleibt mehr gleich.
Nichts bleibt beim Alten wie gehabt...
(Marienhof Soundtrack)
biancilein | 28 September, 2008 07:41
Nach 3 Tagen Penang, eine Insel im Nordwesten von Malaysia, haben Michaela und ich uns nach Thailand aufgemacht. Aber von vorne:
Habe in Borneo damals Roman, ein Schwietzer, kennengelert, der in Penang studiert. Freundlicherweise hat er uns einen Schlafplatz in seiner 'Ferienanlage' angeboten. Es sind Wohnungen fuer Auslandsstudenten, aber man fuehlte sich wie im Hotel. Es gab sogar einen Pool. Allzu aufregend, zumindest von der kulturellen Seite her, war Penang nicht. Haben eher relaxed und nicht allzu viel unternommen. Was mir jedoch im Kopf geblieben ist, ist unsere Busbuchung nach Koh Samui.
Haben 2 Tage vorher, also fuer Donnerstag, einen Bus nach Koh Samui gebucht. Abgeholt werden sollten wir am 25.9. um 5 Uhr morgens. Am 24. haben Michaela und ich uns entschlossen mal zu fragen, ob wir anstatt nach Koh Samui auch nach Koh Tao koennen. Der Besitzer meinte nur, dass man an diesem Morgen 1 h auf uns gewartet hatte, und unser Busticket nun nicht mehr geultig ist. Er hat es uns einfach fuer den 24. eingebucht. Wutentbrannt sind wir zu seinem Geschaft, haben ihm sogar (mal wieder) mit 'bad business' gedroht, was leider alles nix geholfen hat. Fuer uns hiess es also nochmals ein neues Ticket zu kaufen, wieder mit dem Ziel Koh Samui (nachdem wir eine Muenze geschmissen haben).
Die Fahrt war schrecklich und die Busfahrer noch schrecklicher. Lag das an Thailand? Sind die Menschen so unfreundlich? Wir mustsen ihn anbetteln aufs Klo gehen zu duerfen. Was ebenfalls sehr auffaellig ist, dass die Thailaender kaum Englisch sprechen koennen. Das ist so ein bedeutender Unterschied zu Malaysia, wo man sich eig. mit jedem relativ gut unterhalten kann. Das kann einem einiges erleichtern.
Nun gut, nachdem wir uns nach lagen Diskussionen fuer Koh Samui (und auch nicht Koh Phi Phi auf der Westseite, da da jetzt Regensaison ist, die bald auch hierher kommen muesste) entschieden haben, haben wir ein sehr nettes Resort gefunden, indem wir uns richtig wohl gefuehlt haben. Koh Samui ist zwar schon touristisch (merkt man, indem man auf Deutsch angesprochen wird), aber in der Nebensaison super zum Aushalten. Ausserdem sind wir ja auch froh, wenn etwas geboten ist. Die Straende waren ueberhaupt nicht ueberlaufen und wieder konnten wir den weissen Strand und das tuerkise Wasser geniessen, was wir schon auf den Perhentians hatten. Neben Shopping auf der kilometerlangen Hauptstrasse hatte auch das Nachleben hier einiges zu bieten. Zu beobachten sind natuelrich wieder einige Ladyboys und Maenner, die sich dort ihre Frauen suchen. Verurteilen moechte ich das allerdings nicht, ich denke es dient zur beidseitiger Beglueckung.
Seit vorgestern ist das Wetter leider nicht mehr so toll, weswegen ich morgen auch nach Koh Phangan fahr, eine weitere Insel an der Ostkueste. Hoffe es ist dort besser. Wir werden sehen...
Hier die Fotos:
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/VonPenangNachKohSamuibiancilein | 23 September, 2008 02:44
So, nach der Insel Borneo bin ich auf dem Festland Malaysias gelandet. Nach Kuala Lumpur, was mir aufgrund der typischen Grossstadthektik nur maessig gefallen hat, bin ich mit der Oesterreicherin Michaela, die ich bereits auf Borneo kennengelernt habe, zu den Cameron Highlands gefahren. Nun gut, man kann sie gesehen haben, aber es ist garantiert kein Must Do. Haben eine halbtaegige Tour gebucht, die mir aber eher vorkam wie ne Kaffeefahrt, denn bei jedem Stop wurde uns versucht was anzudrehen. Seien es am Anfang Rosen, dann Honig, dann Erdbeeren und zu guter Letzt Tee. Das einzig Interessante meiner Meinung nach zu sehen, waren die riessigen Teeplantagen. Naja, immerhin hatten wir ein nettes Hostel und ich konnte mich endlich mal wieder in einem Doppelzimmer niederlassen, und nicht in einem Dorm.
Danach haben wir uns auf den langen Weg nach Kuala Besut im Osten Malaysias gemacht, um mit dem Speedboat zu den Perhentian Islands ruebergeschifft zu werden. Es sind zwei Inseln, wir waren auf der Kleineren (Kecil), da hier sich mehr die jungen Leute aufhalten. Nachdem wir 3 Bungalows durchgecheckt haben, die unzumutbar waren, haben wir endlich einen halbwegs Netten gefunden. Das Bad war wenigstens innendrin, auch wenn man sich dort nicht laenger als zum Zaehneputzen aufhalten wollte. Das Restaurant (das muss ich hier doch echt mal betonen) in dieser Anlage war das Beste am Ganzen. Haben uns fast jeden Abend eine der leckeren Pizzen reingehauen, oh wie ich die schon vermisst hab.
Ok, aber nun zum Eigentlichen. Michaela wollte gerne einen Tauchkurs machen, was ich bislang eigentlich gar nicht vorgesehen hatte. Hab mich eigentlich noch nie so fuer die Unterwasserwelt interessiert und vielleicht sogar ein wenig Angst davor gehabt. Doch dann dachte ich mir, es wird bestimmt nicht schaden, so haben wir uns 3 ganze Tage gemeinsam durch Theorie- und Praxisuebungen geschlagen und natuerlich noch nebenbei 4 Tauchgaenge erledigt. Zum Tauchen eignen sich die Perhentian Islands sehr gut, das Wasser ist klar und man bekommt so viele Fische zu sehen, das war so aufregend. Nun gut, neben den ueblichen Clownfischen (Nemos) haben wir auch wrasses (z.b. Napoleonwrasses, besser bekannt aus dem Nemofilm als Elwis), Stingrays, Riesenschildkroeten, Kaninchen-/Schmetterlings-/Paradiesfische gesehen. Es war einfach ein wunderschoenes Unterwasserbild. Manchmal hab ich mich gefragt, warum ich nicht einfach ein Fisch sein kann. Die haben so ein unbeschwertes Leben in Freiheit, ohne Probleme,...naja, aber zumindest im Moment sollte ich mich nicht darueber beschweren. Bin jetzt jedenfalls, nach meiner Abschlusspruefung, ein Open Water Diver und habe ein Zertifikat Das bedeutet ich kann ab sofort mit einem Buddy alleine aufs offene Meer.
Was noch? An unserem letzten Tag auf den Perhentians sind wir noch schnorcheln gegangen, was mindetstens genauso spektakulaer war. Haben so viele Schildkroeten gesehen, war beeindruckt. Leider haben wir am Shark Bay, wo normalerweise eine Wahrscheinlichkeit von 98% besteht Haie zu sehen (nur bis ca. 1,5 m lang und nicht gefaehrlich) keinen einzigen gesehen. Das fand ich ein wenig schade. Ich versuch es mir einfach positiv einzureden, dass es vielleicht besser so war und ich es bevorzuge zweihaendig zurueckzukommen. Die Perhentian Islands waren jedenfalls ein voller Erfolg, es ist eine absolute Trauminsel, wie sie im Bilderbuch zu sehen ist. Nach langer Reisezeit hatte ich wieder so einen richtigen Flash, wo ich behaupten kann, das war einer der schoensten Sachen die ich gesehen habe.
Fotos:
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/ImHerzenMalaysiasbiancilein | 14 September, 2008 04:39
Nach 2 Tagen Kuala Lumpur (KL), hab ich mich auf Annes Tip hin, die vor 1 Jahr hier auf Borneo war, auf den Weg nach Sarawak begeben. Borneo ist eine Insel oestlich von Malaysia, getrennt mit der Peninsula Malaysia durch das suedchinesische Meer, die sich in Sarakwak und Sabah (deren Gebiete zu Malaysia gehoeren), Kalimantan (Indonesien) und Brunei aufteilt.
Ein wenig planlos kam ich Freitags in Kuching (Sarawak) an und hab am ersten Tag erstmals versucht mit Hilfe des Tourist Information Centres meine naechsten 10 Tage zu verplanen. Diese sahen nun so aus, dass ich am naechsten Tag zu dem Genuss kam im Semenggoh Wildlife Rehabilitation Centre wilde Orang-Utans zu Gesicht zubekommen. Nur in Borneo und Sumatra leben die einzigen asiatischen Menschenaffen (malayisch Orang Utan). In Sarawak und Sabah leben nur noch 2000-3000 dieser Tiere. Leider werden sie hier als Arbeits-/ oder Haustiere missbraucht, ihre einzigen Feinde sind die Menschen. Um ihr Aussterben zu verhindern wurde hier eine Aufzuchtstation eingerichtet, um die Orang-Utans auf ihre Rueckkehr in den Dschungel vorzubereiten. Mit ein bisschen Glueck bekommt man sie dann zu den Fuetterungszeiten zu sehen - und ich hatte mal wieder Glueck :-)
Neben dem ein wenig zu touristischem Cultural Village, bei dem die verschiedenen Staemme, die in Sarawak leben, vorgestellt werden, bin ich fuer zwei Tage in den Bako Nationalpark, der fuer unangetasteten Regenwald und wilde Tieren bekannt ist. Hab drei Oesterreicher kennengelernt, mit denen ich mich durch lange, anstrengende Dschungelwalks, ueber Stock und Stein und Matsch und Schlamm durchgequaelt hab. Unter anderem (neben Schlangen, "normalen" Affen, Schlammhuepfer, fleischfressenden Pflanzen und einem Schwein) haben wir auch, die nur auf Borneo lebenden Langnasenaffen gesehen. Die sehen so ultrakomisch aus (bitte googlen), dass man nur beim Anschauen ein Lachkrampf kriegt. Sie heissen auf malayisch Orang Belada, was auf deutsch der Hollaender ist. Die werden schon wissen warum, denn die Affen zeichnen sich durch ihre langen Nasen aus.
Nach dem Bako NP wollt ich mich ins absolute Abentuer stuertzen und 4 Tage durch den Dschungel tingeln. Auf dem Weg zurueck vom Bako NP hab ich noch zwei Franzosen kennengelernt, denen ich anscheinend ueberzeugend von meinem naechsten Vorhaben vorgeschwaermt habe. Die haben sich mir dann einfach angeschlossen, sowie ein Schweizer und eine Englaenderin vom Hostel. Sind also dann zu 5. losgezogen...und hatten maechtig Spass. Echt toll, wie man durch Zufall doch immer coole Leute findet.
Die Dschungeltour sah so aus, dass wir am 1. Tag von Kuching nach Kapit mit dem Expressboot gefahren sind und am naechsten Tag von Kapit nach Belaga (den Batang River hochwaerts). Haben es uns auf dem Dach des Bootes gemuetlich gemacht und uns den noch verbleibenden Dschungel angeschaut. In ganz Borneo stehen nur noch 47% des urspruenglichen Regenwaldes (vor 100 Jahren waren es noch 99%). Holz ist hier ein sehr grosses Geschaeft, was wir an den vielen Holztransportschiffen und Abholzungsarbeiten gut beobachten konnten. Ausserdem nutzen sie den freigerodeten Platz um Kautschuk, Oelpalmen oder Pfeffer anzubauen. Borneo selbst ist inzwischen zum Reisimportland geworden, weil es sich hier finanziell nicht mehr lohnt Reis anzubauen. Die Folgen wie Bodenerosion, Ueberschwemmungen und Duerreparaden brauch ich euch ja nicht zu erlaeutern. Auch die Muellentsorgung der Einheimischen (ab in den Fluss) traegt garantiert nicht zur Verbesserung der Umweltprobleme bei. Vielleicht sollten auch hier, wie in Singapur, hohe Strafen eingefuehrt bwerden, um Verhaltensaenderungen hervorzurufen.
Wir haben auch sehr viele Longhouses vom Boot aus gesehen. Das sind lange Haeuser, in denen ein ganzes Dorf lebt (bis zu 50 Familien). Dabei hat jeder seine eigene Wohnung, allerdings sind alle miteinander ueber einen langen Gang verbunden. Um dies naeher kennenzulernen, haben wir uns entschlossen in Belaga in ein Longhouse zu gehen (Kayam Stamm). Da Belaga relativ weit abgelegen ist, waren wir die einzigen Tourisen, das war super. Uebernachtet haben wir auch dort, ob das so eine gute Idee war, weiss ich nicht. Mussten und notduerftig mit Kissen ein Lager bauen, hatten keine Decken, es war kalt, und unser Schlaf vor allem durch Laerm gestoert. Irgendwer ist immer wach in so nem Longhouse. Trotzdem war es natuerlich mal wieder eine interessante Erfahrung. Vor allem weil die verrueckte (aber superliebe) Englaenderin Josy, die eh schon uebersaeht war von Tatoos, sich ein weiteres von einem Einheimischen hat stechen lassen - und zwar auf deren Art und Weise. "Man nehme 3 Nadeln, binde sie fest um einen Stock und schlage mit einem anderen Stock auf diesen mit Nadeln" Ja, so entsteht ein Tatoo, was von den Einheimischen jeder hat und als Schmuck angesehen wird. Haette es natuerlich nie gemacht, aber so hatte ich schon die Gelegenheit zu sehen, wie sowas von statten geht. Danke Josy :-) Ausserdem konnten wir natuerlich auch beobachten, was die Frauen hier die ganzen Tag treiben, solange ihre Maenner auf den Feldern arbeiten: auf Kinder aufpassen, Koerbe flechten, Tabak trocknen, rauchen...
Nach dem Dschungel sind wir dann in einen anderen Nationalpark, den Niah Caves. Es sind eine der groessten Hoehlen weltweit (250m breit, 60m hoch), in denen frueher auch Menschen gelebt haben, was die Mandmalereien bestaetigen. Zusammen mit den Fledermaeusen war das echt beeindruckend, hab noch nie so riesige Hoehlen gesehen. Natuerlich ging der Weg zu den Hoehlen wieder durch tiefen Dschungel...das ist Borneo. Einfach zu empfehlen.
Hier die Fotos:
http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/Borneo#
Nun was noch? Es ist sehr heiss hier, hohe Luftfeuchtigkeit. Man duscht sich und steht 5 Minuten spaeter wieder in seinem eigenen Schweiss. Bin jetzt gerade in Miri, warte auf meinen Flug zurueck nach Kuching, um morgen den Flug von Kuching nach KL zu nehmen (ich weiss, sehr kompliziert. Aber das passiert, wenn man schon im Voraus einen Flug zurueck bucht, ohne zu wissen, wo man nach 10 Tagen sein wird.) Naja, es gibt Schlimmeres. Also meine Lieben, bis balde im Walde
biancilein | 04 September, 2008 11:39
Und schon folgt der naechte Bericht, aber ist ja schliesslich auch schon wieder einiges passiert. Bin am Samstag in Singapore gelandet und hab auch fuer asiatische Verhaeltnisse ein ganz nettes Hostel erwischt. Leider nicht in der besten Gegend, aber dafuer zu guten guenstigen Konditionen (aber warum muessen Maenner immer schnarchen? Kann man das nicht einfach mal aus der Welt schaffen?).
Einer meiner Hauptziele in Singapur war es, ein Netbook Asus 1000 zu kaufen, einganz kleiner, leichter Laptop. Das hatten so viele Traveller und ich war seit Neuseeland neidisch drauf. Hab mir in den Kopf gesetzt, es in Singapur (angeblich billiger) zu kaufen. Leider wurde ich beim 1. Gang in einer der riesigen Elektro-Shoppingcenters gleich enttaeuscht. Preislich aehnlich wie in Deutschland und dazu keine internationale Garantie. Shit! Naja, habs mir dann wohl oder uebel wieder aus dem Kopf streichen muessen und haeng jetzt halt wieder in den Internetcafes ab :-(. Zum Trost hab ich mir einen tollen MP5 gekauft (http://www.ioffer.com/i/55939336), mit Videofunktion.
Am Abend bin ich mit einem Deutschen, den ich im Hostel kennengelernt hab, zufaellig auf etwas gestossen, was uns noch die naechsten drei Abende beglueckt hat: Die BROTZEIT. Ein deutsches Restaurant inmitten von Singapur. Ich konnte mein Glueck gar nicht fassen. Am 1. Abend gabs Brezn mit Kartoffelsalat, am 2. deutsches Brot mit Leberwuuuscht und am 3. Kaesespaetzle und zum Nachtisch einen Apfelstrudel. Das waren meine besten 3 Tage, ich sags euch. HIHIHI bin ja immer noch euphorisch, wenn ich daran denk. Vermiss das deutsche Essen langsam wirklich. Dieser Asiafras kann einem nach einer Weile schon aus dem Hals haengen. Naja, muss da aber wohl noch 2 Monate durch :-)
Haben an diesem Abend in der Brotzeit zwei weitere Deutsche kennengelernt, und zwar Seemaenner. Der Eine war der Kapitaen, der Andere war Ingenieur. Hatten einen witzigen Abend und wurden eingeladen, das Schiff am naechsten Tag zu besuchen. Gesagt - getan! Am naechsten Tag durften wir auf die Arkona Trader, ein Transportschiff, dass ueberall auf der Welt verkehrt. Es war sooo interessant, uns wurde das ganze Schiff gezeigt, vom Maschinenraum (hat mich irgendwie an Titanic erinnert), zu den Kabinen, bis zur Bruecke. Konnten uns frei bewegen, alles fragen. Naja, sowas kann man halt nicht buchen, so ne Erfahrung bekommt man ueber Connectoins. Haben mit den Seemaennern jedenfalls Freundschaft geschlossen und uns abends immer in der Brotzeit getroffen :-)
Ein Abend, sind wir neben Clark Quay (Deni, hast du deine Ex-Katze eigentlich danach benannt?) auch noch ins Crazy Horse gegangen, was bekannt ist fuer seine Ladyboys und Frauen, die schnelles Geld machen wollen. War eine der wenigen europaeischen Frauen, und es war richtig interessant, witzig, schrecklich, zu sehen, wie die Frauen die Maenner angemacht haben. Es waren alles huebsche Maedels, und deswegen so erschreckend, wie sie ne schnelle Mark machen wollen - egal mit wem. Und da braucht man sich echt nicht wundern, wenn Maenner hingehen, die sonst keine abkriegen. Hier kriegt JEDER eine.
Pictures: http://picasaweb.google.com/BiancaSproll/SingaporeHm...was noch? Achja, um den Kreis zu schliessen: Singapur ist meiner Meinung nach halt auch nur eine Grossstadt und auch nicht uebermaessig sauber. Es liegt genauso mal hier mal da Dreck rum. Bin inzwischen sicher wieder ausgereist (worueber ich sehr froh war, nach den Horrorgeschichten, die ich ueber Singapur gehoert habe). Bin seit gestern in Kuala Lumpur und flieg morgen nach Borneo rueber (mein 8. Flug in 7 Monaten). Bis dahin, Eure Bianci
Wenn man mit Flügeln geboren wird, sollte man alles tun, sie zum Fliegen zu nutzen... (Florence Nightingale)
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